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Freitag, 28. Januar 2011
Drei Zeitgenossen über die Revolutionen im Nahen Osten
Amadeus: Was haltet Ihr von den Revolutionen im Nahen Osten?
Jedermann: Ist doch gut, wenn auch die Araber sich endlich eine echte Demokratie erkämpfen. Ich gratuliere dem Tunesischen Volk. Hoffentlich schaffen es die Ägypter auch.
Conspirati: Ich halte das für ein abgekatertes Spiel!
Jedermann: Wieso denn nun das schon wieder?
Conspirati: Na, das sieht mir doch ganz nach dem CIA-Plot der „Farben-Revolutionen“ aus. Hat ja in der Ukraine und in Georgien auch super funktioniert. Die CIA sitzt ja in jeder nennenswerten NGO und manipuliert darüber die Staaten der Welt. Bestes Beispiel ist Falun Gong in China. War auch von der CIA.
Amadeus: Dass die Orangen-Revolution und die Rosen-Revolution getürkt waren, will ich ja gelten lasssen. Aber worin liegt der Nutzen für die westlichen Eliten? Schließlich waren doch Mubarak und Ben Ali langjährige Verbündete des Westens.
Conspirate: Da muss ich ein weinig weiter aushohlen. Albert Pike hat in einem Brief schon in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts den Plan für drei Weltkriege enthüllt. Der erste sollte den russischen Zaren zu Fall bringen. Dieser Krieg hat stattgefunden. Der zweite Krieg sollte zwischen England und Deutschland geführt werden. Dieser Krieg hat ebenfalls stattgefunden. Und der dritte Weltkrieg soll sich entzünden an dem Konflikt zwischen Arabern und Juden.
Jedermann: Jetzt ist Conspirati schon wieder bei seinem Lieblingsthema: Verschwörungstheorein!
Amadeus: Warum muss man dazu arabische Machthaber stürzen?
Conspirati: Um eine panarabische Bewegung ins Leben zu rufen. Man beachte: Tunesien und Ägypten waren bzw. sind säkulare Regime. Den Kriegstreibern geht es aber darum, eine Massenbewegung mit soft-islamistischem Gepärge zu installieren. Damit es auch so richtig schön kracht im Nahen Osten. Vielleicht auch mit ein paar Atombomben. Spätestens wenn dann der Westen zu Gunsten Israels und Russland zu Gunsten der Arabischen Welt eingreifen, haben wir den Dritten Weltkrieg.
Jedermann: Das macht mir Angst. Das klingt ja fast so, als könntest Du das Kommen einer solchen Katastrophe nicht erwarten.
Conspirati: Und am Schluss kommt der Papst uns sagt: So ihr pösen, pösen Juden und Araber, das kommt davon, wenn jeder Idiot auf eine eigene Religion pocht. Jetzt kommt man alle schön her, und wir gründen die Welt-Einheits-Religion. Natürlich unter meiner Führung! Denn ich bin ja schließlich der Pontifex Maximus. Und das schon seit 2000 Jahren!
Amadeus: Kann es denn wirklich sein, dass hier nur ein gigantischer Plan abgespult wird?
Conspirati: Zugegeben, ein anderer Plan könnte darin bestehen, in Nordafrika ebensolche Scheindemokratien zu installieren, wie im Westen. Um diese Staaten dann möglichst problemlos in die EU integrieren zu können. Denn Ben Ali und Mubarak wären der Bevölkerung in den EU-Staaten sicherlich schwer zu vermitteln.
Jedermann: Moment, jetzt scheint es ja zwei Pläne zu geben. Wenn Du schon alles so genau weist, dann sei doch wenigstens eindeutig in Deinen Aussagen.
Amadeus: Könnte es nicht so sein, dass die Situation einfach außer Kontrolle ist? Selbst wenn bei den Regimewechseln in Ägypten und Tunesien diverse westliche Geheimdienste mit bestimmten Absichten mitmischen, dann heißt das doch noch nicht, dass der Volksaufstand ausschließlich seinen Grund in geheimdienstlich koordinierter Agitation hat.
Jedermann: Genau!
Conspirati: Zugegeben. Das kann ich auch nicht mit Sicherheit ausschließen. Ich werde die Sache im Auge behalten.
Amadeus: Ich auch!
Jedermann: Ich auch!
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Sonntag, 23. Januar 2011
Sonntag, 16. Januar 2011
Berichterstattung zur Tunesien-Revolution: Massenmedien leisten Antisemitismus Vorschub
Der untenstehende Audio-Kommentar stammt von einem Muslimen. Zu 80% stimme ich mit den gemachten Schlussfolgerungen überein. Allerdings wird die unausgewogene Berichterstattung auf die "zionistischen Medien" zurückgeführt. Der Sache nach halte ich das nicht für tragfähig, da auch die Massenmedien relativ ausführlich über die missliche Lage der Palästinenser berichten. Wären tatsächlich die westlichen Medien in der Hand der "Zionisten", und würden diese tatsächlich die Medien-Berichterstattung einseitig zu Gunsten Israels filtern, so dürfte es so etwas nicht geben.
Dennoch muss betont werden, dass die Einseitigkeit der Berichterstattung der Systemmedien dazu beiträgt, dem Antisemitismus Vorschub zu leisten.
Dennoch muss betont werden, dass die Einseitigkeit der Berichterstattung der Systemmedien dazu beiträgt, dem Antisemitismus Vorschub zu leisten.
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Die WIki-Revolution: Tunesien macht den Anfang
Schon merkwürdig. Was wurden damals für Salven gegen den Iran geschossen. Alle Journalisten des Westens schienen sich mit den alten, gegen Ahmadinedschad rebellierenden bürgerlichen Eliten zu verbünden. Twitter und Facebook wurden gelobt als das neue Medium der Demokratisierung.
Der Druck der Bevölkerung reichte im Iran damals nicht aus, um die Regierung zu stürzen. Nun gelingt das gleiche jedoch in Tunesien, und die westlichen Medien reagieren seltsam wortkarg. Zumindest der Standard aus Wien berichtet, dass wiederum die elektronischen Medien eine entscheidende Rolle gespielt haben. Sie haben zwar nicht die Revolution verursacht, jedoch wesentlich mit ermöglicht.
Die so andersartige Reaktion der westlichen Medien ist leicht zu erklären. Der tunesische Diktator Ben Ali war ja immer ein Freund des Westens. So unterzeichnete er 1995 brav ein Freihandelsabkommen mit der EU. 2008 wurde sein diktatorisch regiertes Land auch noch mit der EU assoziiert, womit einmal mehr gezeigt ist, wie es um das Demokratie-Verständnis der EU wirklich steht. Und natürlich ist Ben Ali jetzt nach Saudi-Arabien geflohen, einer der finstersten Tyranneien des arabischen Raumes. Aber auch hierbei handelt es sich ja um gute Freunde des Westens, insbesondere der USA. Dem westlichen Medienkonsumenten wird jetzt auch eingebläut: Revolutionen wie in Tunesien führen zu Chaos, Plündereien und dem Brand eines Supermarktes.
Zurecht weisen Systemmedien wie SPON darauf hin, dass diese Revolution Vorbildwirkung für andere arabische Staaten haben kann. Aber, liebe SPON-Redakteure -- nicht nur für arabische Staaten, sondern auch für uns. Denn auch und gerade im angeblich so glückseeligen Westen gibt es wesentliche Gründe für eine friedliche Revolution:
Für Tunesien besteht zu hoffen, dass so ehrenwerte Organisationen wie CIA und Konsorten die Unordnung in Tunesien nicht nutzen, um irgendwelche islamistischen Fanatiker an die Macht zu bringen. Damit die sich im freien Fall befindende Weltmacht USA nicht einmal mehr einen Kriegsgrund aus dem Hut zaubern kann, um mit zehntausenden Toten die Demokratie zu verteidigen.
Zum Schluss noch der Link zum Artikel des Wiener Standards und ein Film, der die Brutalität des diktatorischen Regimes Ben Alis zeigt:



Der Druck der Bevölkerung reichte im Iran damals nicht aus, um die Regierung zu stürzen. Nun gelingt das gleiche jedoch in Tunesien, und die westlichen Medien reagieren seltsam wortkarg. Zumindest der Standard aus Wien berichtet, dass wiederum die elektronischen Medien eine entscheidende Rolle gespielt haben. Sie haben zwar nicht die Revolution verursacht, jedoch wesentlich mit ermöglicht.
Die so andersartige Reaktion der westlichen Medien ist leicht zu erklären. Der tunesische Diktator Ben Ali war ja immer ein Freund des Westens. So unterzeichnete er 1995 brav ein Freihandelsabkommen mit der EU. 2008 wurde sein diktatorisch regiertes Land auch noch mit der EU assoziiert, womit einmal mehr gezeigt ist, wie es um das Demokratie-Verständnis der EU wirklich steht. Und natürlich ist Ben Ali jetzt nach Saudi-Arabien geflohen, einer der finstersten Tyranneien des arabischen Raumes. Aber auch hierbei handelt es sich ja um gute Freunde des Westens, insbesondere der USA. Dem westlichen Medienkonsumenten wird jetzt auch eingebläut: Revolutionen wie in Tunesien führen zu Chaos, Plündereien und dem Brand eines Supermarktes.
Zurecht weisen Systemmedien wie SPON darauf hin, dass diese Revolution Vorbildwirkung für andere arabische Staaten haben kann. Aber, liebe SPON-Redakteure -- nicht nur für arabische Staaten, sondern auch für uns. Denn auch und gerade im angeblich so glückseeligen Westen gibt es wesentliche Gründe für eine friedliche Revolution:
- Alle Großen Staaten des Westens befinden sich am Rande des Staatsbankrotts. Eine derartige Verschuldungskrise gab es auch in Frankreich im Vorfeld der Französischen Revolution wie in den Ostblockstaaten der 80er Jahre vor dem Fall der Mauer.
- Die Medienrevolution des Internets ist ähnlich gravierend wie die Erfindung des Buchdrucks. Das muss aber massive Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft und damit auch auf die politische Kultur haben.
- Das System der repräsentativen Parteiendemokratie hat sich überlebt. Es passt nicht mehr in ein geistiges Klima, in dem politische Großideologien ausgedient haben. Deshalb befinden sich alle etablierten Parteien, vor allem die Volksparteien in der Krise. Wir brauchen neue Formen der Demokratie, die mehr Partizipation und Transparenz ermöglichen.
Für Tunesien besteht zu hoffen, dass so ehrenwerte Organisationen wie CIA und Konsorten die Unordnung in Tunesien nicht nutzen, um irgendwelche islamistischen Fanatiker an die Macht zu bringen. Damit die sich im freien Fall befindende Weltmacht USA nicht einmal mehr einen Kriegsgrund aus dem Hut zaubern kann, um mit zehntausenden Toten die Demokratie zu verteidigen.
Zum Schluss noch der Link zum Artikel des Wiener Standards und ein Film, der die Brutalität des diktatorischen Regimes Ben Alis zeigt:
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